„Der Stein hat es mir nicht leicht gemacht“
Oktober 29th, 2007Pächterin Erica Pantone und ihre Helfer haben die Schaufenster des „Stüsser‘s“ neu gestaltet. Zwischen einigen Fotografien aus der Ausstellung, die Gäste des Lokals porträtieren, steht auch eine Steinskulptur der Künstlerin Susanne Roth. Koelnbild.com traf die Bildhauerin zum Gespräch im – wo sonst? – „Stüsser‘s“.
KOELNBILD: Wie kamen Sie auf die Idee, dem „Stüsser`s“ eine Skulptur zu widmen?
SUSANNE ROTH: Diese Idee hat sich im Laufe der Jahre entwickelt: Ich treffe mich fast regelmäßig mit Freunden im „Stüsser`s“. Wir lieben die Atmosphäre, den Service und das Bier. Und da ich die Themen meiner Steinskulpturen dem alltäglichen Leben entnehme, kam ich auf die Idee, ein typisch kölsches Pärchen darzustellen: einträchtig nebeneinander sitzend, mit dem Rücken an der Rückwand lehnend, den Tisch, das Kölsch und die anderen Gäste vor sich.
Waren die Streitereien ums „Stüsser‘s“ ein Auslöser für Sie, diese Skulptur anzufertigen?
ROTH: Nein, gar nicht. Die Idee für diese Skulptur ist lange vor dem Streit entstanden. Die Arbeit am Stein ist sehr viel zeitaufwändiger, als wenn ich zum Beispiel male oder zeichne. Ich fertige erst mehrere Tonmodelle, und fange dann an, den Stein zu bearbeiten. Als ich aus der Zeitung von den Veränderungen bei „Stüsser´s“ erfuhr, dachte ich natürlich daran, dass es toll wäre, den Stein dort ausstellen zu können.
Wie sind Sie an diese Arbeit herangegangen?
ROTH: Der Stein ist ein Vadivienne, aus Frankreich. Er erwies sich als wesentlich härter und inhomogener als erwartet. Aber diese Erfahrung ist typisch: Erst beim Bearbeiten zeigt sich das „wahre Gesicht“ eines Steins - er hat es mir nicht leicht gemacht. Insbesondere der filigrane „Stüsser`s“-Schriftzug war in dem Material schwierig.
Wenn ich die Skulptur mit nach Hause nehmen wollte, was müsste ich tun?
ROTH: Sie können sie kaufen. Für 3.500 Euro würde ich mich überzeugen lassen. Mir wäre es allerdings wichtig, die Skulptur bei einem Menschen platziert zu wissen, die/der auch eine persönliche Beziehung zum „Stüsser’s“ hat.
Das Gespräch führte Leander Kleeve, www.hafenkran.de













