Ornamente des Todes

Ornamente des Todes

Der Kölsche feiert sich selbst auch nach dem Tod. Der berühmteste Kölner Friedhof legt Zeugnis ab vom kölschen Geist. Melaten entstand auf dem Geländes eines Leprosenheims, auf Initiative der französischen Besatzer. 1804 erließ Napoleon das Kaiserliche Dekret über die Begräbnisse, welches - aus hygienischen Gründen - die Beerdigung innerhalb der Stadtmauern verbot. Der Melatenfriedhof lag damals ausserhalb der Stadt im heutigen Lindenthal. Der Name Melaten (umgangssprachlich: malade=krank) ist zurückzuführen auf ein Heim für Kranke und Aussätzige (Leprose), ausserhalb der Kölner Stadtmauern.

melaten ©picturetom

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Das Gelände des heutigen Friedhof auf dem  Gute Melaten war schon lange vor der Einweihung des Friedhofes am 29. Juni des Jahres 1810 ein Ort des Todes. Im Mittelalter sogar die öffentliche Hinrichtungsstätte der Stadt. Im  17. Jahrhunderts wurden hier während der Hexenverfolgungen über 30 Frauen und Mädchen getötet.

Der Name Melaten basiert auf dem französischen Begriff malade (krank). Ab dem 12. Jahrhundert befand sich auf dem Gelände vor den Stadttoren ein Heim für Leprakranke, zu dem auch der Hof Melaten gehörte. Leprakranke (Ausätzige) durften das Gelände nur an bestimmten Feiertagen zum betteln verlassen. An diesen Tagen wurden die Bürger vom Schellenknecht, der den Kranken voranging, vor ihnen und der drohenden Ansteckung gewarnt. Am Eingang zur alten Friedhofskapelle ist die Skulptur eines Schellenknechtes zu sehen: eine Erinnerung an das Schicksal der Aussätzigen. Als die Lepra in Europa weitgehend besiegt war, schloß das Asyl 1767.

Die leerstehenden Gebäude waren bis 1801 Zucht- und Arbeitshaus.Mit der französischen Besatzung 1794 änderte sich für die Kölner neben vielem anderen auch das Begräbniswesen.

melaten ©picturetom

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Denn 1804 erließ Napoleon das “Décret sur les sépultures”, welches zum Entsetzen der Kölner die Beerdigung in Städten, Dörfern und geschlossenen Gebäuden verbot. Vorbei die Zeit der Bestattung in Kirchen und auf dem Kirchhof. Die Nähe zum Altar bedeutete Nähe zu Gott, aber auch eine hohe Position in der sozialen Hierarchie. Diese Tradition fand zu Gunsten pragmatischer, vor allem hygienischer Erwägungen ein Ende - ein großer Schritt im Säkularisierungsprozeß.

Die Stadtverwaltung erwarb ein Grundstück auf dem Gelände des ehemaligen Leprosenasyls und ließ die Gebäude abreißen. 1810 wrude der Melatenfriedhof als zentraler Friedhof durch den Dompfarrer Michael Joseph Dumont eingeweiht. Die Fieddhöfe innerhalb der Stadtmaueren wurden geschlossen.

Melaten ist bekannt durch seine Prominentengräber, z.B.: Ludwig Stollwerck (Schokoladenfabrikant), Willi Ostermann (Kölscher Volkssänger), August Sander (Fotograf), Familie Millowitsch (Volksschauspieler), Johann Maria Karl Farina (Eau de Cologne).

Weblinks
www.melatenfriedhof.de
Prominente auf Melaten
Wikipedia über Melaten

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