Alles Glaubenssache
Geht es nach dem Kölner Stadt-Anzeiger, hat Köln die Zeit zwischen den Jahren glatt verpennt. Aber jetzt, da es schneit, ist alles anders: „Winter küsst Köln wach“, titelt die größte Tageszeitung Kölns und freut sich, dass bei den bislang immerhin 48 Verkehrsunfälle (Stand: 5. Januar, 10.37 Uhr) kein Mensch an Leib und Leben Schaden nahm.
Wer sich durch das wie gewohnt nervtötend träge Internetangebot des Anzeigers klickt, findet allerdings wenig Hinweise darauf, dass in Köln ob des Schnees tatsächlich der Bär steppt. Die regionale Topmeldung befasst sich mit dem Bau eines neuen Theaters rechtsrheinischen Kalk. Ab Ende 2009 sollen hier rund 500 000 Besucher jährlich der Musical-Version von “Herr der Ringe” beiwohnen. 12 Millionen Euro soll der Komplex kosten, der laut Architekt Hanspeter Kottmair an ein “Schiff, das den Passagier auf eine Reise mitnimmt”, erinnern soll.
Viel Substanzielles aus und um Köln ist auch bei den Kollegen der Kölnischen Rundschau nicht zu entdecken. Dafür Charmantes, wie etwa ein Gespräch von Bernd Imgrund mit Suzie Kerstgens, Sängerin der bundesweit erfolgreichen Kölner Deutschpop-Band Klee. “Bis heute in der Nase habe ich den Geruch pubertierender Jungs”, erzählt sie da, und wie das “Zorro-Z” in ihren Namen kam. Einer “Lobby für Mädchen” bedurfte die so durchsetzungsfähige wie sympathische Blondine vermutlich nie. Seit es das Hilfsangebot in Köln außer in Ehrenfeld auch im Rechtsrheinischen gibt, hat der Verein deutlich mehr beratungsbedürftige Mädchen und Frauen zwischen 12 und 27 Jahren erreicht.
Der Express immerhin hat Neuigkeiten vom Nord-Süd-Ausbau der Stadtbahn. Dass ab heute, Montag, wieder gebuddelt wird, stand zwar auch schon bei den anderen, aber so wissen’s endlich alle.
Und da dies die erste Folge der hoffentlich noch langen Serie an Presseschauen auf koelnbild.com ist, weisen wir an dieser Stelle noch auf einen nicht mehr ganz taufrischen, aber lesenswerten Artikel in der Kölner StadtRevue hin: In “Allah als Standortfaktor” befasst sich Anja Albert mit den Moscheebauten in Köln und Duisburg. Sie sucht und findet Gründe, weshalb die Bauvorhaben derart unterschiedliches öffentliches Echo erzeugten.
Weitere Beiträge:
- Alles kostet Unerfreuli
- Alles auf Eis Weiter win

Leave a Reply