Alles kostet
Unerfreuliche Nachrichten aus unserem jüngst erst geschlossenen Lieblingslokal, dem “Stüsser’s Brauhaus” im Agnesviertel: “Steuerfahnder räumen Kneipe leer” titelt der Kölner Express in seiner Dienstagsausgabe (6.12.08). Dem Blatt zufolge “ermittelt die Finanzbehörde wegen Steuerschulden”. Kölnbild wird die Entwicklungen rund ums “Stüsser” weiterhin verfolgen.
Ähnlich, pardon, scheiße: die “satte Preis-Explosion auf dem Bahnhofsklo“, ebenfalls ein Thema im Express. Die Nutzung der Örtlichkeiten kostet ab sofort pauschal 1,00 Euro. Bisher verlangte der Betreiber McClean fürs kleine Geschäft nur 60 Cent, fürs große hingegen 1,10 Euro. Der neue Einheitspreis sorgt für Gleichberechtigung auch am stillen Örtchen: Die Damen wurden bislang stets mit 1,10 Euro zur Kasse gebeten, egal was hinten rauskam.
Wo die gesparten Pennunzen landen, ist auch klar: im Winterschlussverkauf. “Wir mögen es billig“, überschreibt Claudia Lehnen ihren Artikel im Kölner Stadt-Anzeiger, und meint damit wohl vor allem sich selbst. Schließlich fallen dem Sparzwang im Medienhaus Dumont Schauberg immer mehr Redakteursgehälter zum Opfer. Da kommen nachweihnachtliche Preisnachlässe von 70 Prozent und mehr gerade recht.
Ansonsten dominieren, auch bei der “Kölnischen Rundschau” die ungewohnt eisigen Temperaturen die Schlagzeilen sowie unentwegt - es ist zum Gähnen! - ein gewisser Prinz Poldi. Doch in beiden Fällen lohnt die Zeitungslektüre nicht, viel eher ein Spaziergang über knirschenden Schnee. Der hat garantiert mehr Neuigkeitswert.
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