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„Hier herrscht mein Lebensgefühl.“

Juni 3rd, 2008

Geschäftsführerin Pascha Nightclub

Erika Thiel, Chefin des „Pascha-Nightclubs“, über Köln, Toleranz und ihren Traum von New York. Ein Gespräch.

Über den Wolken, im 10. Stock des größten Bordells Europas. Erika Thiel nimmt Platz, vor dem Fenster liegt ihr der Kölner Westen zu Füßen. Es ist nachmittags – eine entspannte Zeit, der Dienst für die Geschäftsführerin des im Parterre gelegenen Nightclubs beginnt erst am Abend. Noch ehe das Tonband läuft, hat die Hausherrin schon die erste Frage gestellt.

ERIKA THIEL: Was dagegen, wenn ich rauche?

WIR SIND KÖLN: Nein, natürlich nicht.

THIEL: Solange das hier in Deutschland noch möglich ist …

Ja, richtig, das Rauchverbot wird hier ja auch gelten müssen.

THIEL: Naja, wie genau das umgesetzt werden kann, werden wir sehen.

Es wird also Ausnahmen geben?

THIEL: Mal sehen. Ich wäre dafür, dass nirgendwo geraucht werden darf, nur draußen. Aber bei uns wird es schwierig sein, das Rauchen ganz aus dem Haus zu kriegen. Vielleicht wird es bestimmte Bereiche geben, in denen geraucht werden darf.

Wie sehen Sie das persönlich? Sie rauchen ja selber …

THIEL: Wir sind sicher nicht die einzigen, die sich da Sorgen machen, das betrifft ja alle Gastronomen. Und da sind durchaus auch Existenzen bedroht. Für mich persönlich: Wenn ich es endlich packe aufzuhören, dann ist das nächste Reiseziel New York. Das hab ich mir bislang nämlich immer verkniffen, weil ich wusste: Da muss ich dann immer vor die Tür.

Wie viel rauchen Sie denn?

THIEL: So anderthalb Päckchen kommen in einer Nacht schon zusammen.

“Man lernt dieselben Leute kennen,
aber in einer anderen Art und Weise.”

Wahrscheinlich ist die Raucherquote in Ihrem Umfeld höher als anderswo.

THIEL: Klar, Nachtleben eben. Das ist ein spezielles Leben. Man lebt am normalen Leben vorbei, weil das Tag-Nacht-Verhalten ein anderes ist. Die normalen Leute stehen morgens auf und gehen arbeiten, kommen abends nach Hause, schlafen und gehen dann wieder arbeiten. Ich stehe auf, habe Freizeit, und gehe dann arbeiten, wenn die anderen frei haben. Das macht es manchmal schwierig, soziale Kontakte zu pflegen.

Man lernt aber auch automatisch andere Leute kennen, oder?

THIEL: Man lernt dieselben Leute kennen, aber in einer anderen Art und Weise. Jemand, der zum Beispiel bei der Stadt arbeitet, verhält sich ja am Tage anders als in seiner Freizeit. Das ist natürlich manchmal auch sehr interessant. Read more »